Rossihaus

Bürgerliche Gebäude

2. Rossihaus

Nur zwei der ehemaligen Kavaliershäuser – die zum Schlossensemble gehören – sind erhalten. Im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts errichtet, beherbergte es fürstliche Beamte und später wohlhabende Bürger, wie z. B. die Familie Ruschka, die als Ziegeleibesitzer beim Bau des Schlosses zu Vermögen gekommen war. Die repräsentativen Räume befanden sich in der Beletage im Obergeschoss. Im 20. Jahrhundert bewohnte es die Familie des jüdischen Mitbürgers und Kaufmanns Leopold Wolf. Auch hier kam es während der Nazidiktatur zu einer ungerechtfertigten Enteignung. 1962 erwarb es der Landkreis Rastatt. Seit 2008 befindet es sich im Besitz der Stadt Rastatt.

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ist das Rossi-Haus seit Juli 2018 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und wird mit seinem großen, überdachten Innenhof als Bürgerforum für Veranstaltungen der Stadt genutzt. Außerdem sind hier u.a. die städtischen Seniorenarbeit, das Seniorenbüro, das Bündnis für Familie, die Servicestelle Inklusion und die Geschäftsstelle der Seniorenhilfe Rastatt e. V. untergebracht. Der Schlackenwerther Raum beherbergt künftig eine Dauerausstellung. Im Obergeschoss – der Beletage – steht Heiratswilligen ein geräumiges Trauzimmer zur Verfügung, in dem sie sich in prächtigem, barockem Ambiente und vor der Kulisse des Residenzschlosses stilvoll das Ja-Wort geben können.

Trauzimmer im Bürgerforum Rossi-Haus

Kinder entdecken Rastatt:

Kavaliere und Hofdamen waren so etwas wie Angestellte des Markgrafen, die immer um ihn herum sein mussten. Während die Kavaliere als Berater dem Markgrafen halfen, leisteten die Hofdamen der Markgräfin Gesellschaft. Außerdem waren sie an der Erziehung der Prinzen und Prinzessinnen beteiligt. Gegenüber der Dienerschaft waren sie meist unfreundlich – und vor Mäusen hatten sie panische Angst. Sehr zum Vergnügen von Siri, der Schlossmaus, und ihrem Freund Ludwig, der Stadtmaus. Kavaliere und Hofdamen wohnten entweder im Schloss oder ganz in der Nähe des Schlosses. Von den Kavaliershäusern aus leitete der Architekt Domenico Egidio Rossi ab 1705 die Ausbauarbeiten am Rastatter Schloss.

 

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